Über mich

Mein Name ist Sandra, ich bin 49 Jahre alt und durch einen Ärztefehler seit meiner Geburt an beiden Armen und Beinen spastisch gelähmt. Genau so lange bin ich auch schon anders funktional, nein ich fühle mich nicht behindert (das Wörtchen gehandicapt ist mir lieber).

Zunächst dachte man, ich sei nur entwicklungsverzögert, ich würde sicher alles im Laufe der Zeit aufholen können, doch meine Mutter merkte schnell, dass durch den Sauerstoffmangel bei meiner Geburt ein bleibender Schaden erfolgt ist. Die Behinderung wurde offiziell festgestellt, als ich 1 ½ Jahre alt war.

Ich bin mit meiner Situation vertraut, seit ich denken kann; ich bekam ja auch die Chance, mich langsam an meine Behinderung gewöhnen zu dürfen, mit ihr aufwachsen zu können.

Bis zum 5.Lebensjahr konnte ich mit Festhalten ein paar Schritte gehen, wenn auch schief und krumm. Die Ärzte und auch meine Eltern glaubten durch Operationen das Laufbild verbessern zu können, was jedoch nicht zum erhofften Erfolg führte. Im Gegenteil: Der Kraftaufwand nach den Operationen und Klinikaufenthalten wieder auf Füßen nur stehen zu können, wurde immer größer und nach der 5. Operation saß ich nur noch im Rollstuhl.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der behinderte Menschen in der Regel isoliert und in separaten Einrichtungen untergebracht wurden. In öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen gab es keine Barrierefreiheit. Auch Verkehrsmittel konnte man nur sehr eingeschränkt nutzen. Umgerüstete KFZ zum Rollstuhltransport gab es ebenfalls noch nicht. In Restaurants wurde man weniger gern gesehen, oft sogar hinaus komplementiert.

Oft musste ich stundenlang irgendwo verweilen, weil die Technik des Rollstuhls versagte oder ich einen „Platten“ hatte, bis Hilfe kam – Handys gab’s damals auch noch nicht. Während und unmittelbar vor dem Schulunterricht habe ich nichts getrunken, das war auch besser so, denn die Toiletten waren für mich leider nicht zugänglich.

Heute erfahren Behinderte – trotz vieler beachtenswerter Fortschritte, trotz Umdenkens – noch immer wenig Anerkennung und Unterstützung. Das fängt mit zu hohen Bordsteinen für Rollstuhlfahrer an und hört mit fehlenden Sponsorengeldern auf. Und dazwischen existieren viele hundert weitere, mehr oder weniger bedeutende Missstände, an denen man festmachen könnte, wie verkrampft unsere Gesellschaft noch immer auf "Krüppel" reagiert, um es drastisch zu formulieren.

Ich verfüge über ein kinästhetisches Vorstellungsbewusstsein, bin in der Lage das Funktionieren meiner Arme, Beine und Hände als inneres Bild zu visualisieren. Diese Vorstellungskraft hilft mir enorm, vor allem in Situationen, in denen es besonders auf innere und äußere Gleichgewicht ankommt.

Ich habe – jedenfalls für mich – ein grundsätzliches Gefühl von Vollständigkeit entwickelt.

Und dieses Gefühl hat mir, solange ich denken kann, über unzählige schwierige Situationen hinweg geholfen, es war mein bester Freund und wirksamer Helfer. Dank dieses Grundgefühls – und einiger anderer Charaktereigenschaften – war ich in der Lage, viele meiner Wünsche zu erfüllen, nicht alle natürlich.

Ein eingespieltes Team "Sandra und Emmy"

Mein größter Traum reiten zu können, hat sich erfüllt. Ich möchte dieses schöne Gefühl des Miteinanders mit den Pferden weiter geben und biete auch für Gäste von weiter weg eine Übernachtungsmöglichkeit in unserem barrierefreien Gästezimmer.

Ich lade euch herzlich ein, mich zu besuchen.

Mit meiner körperlichen Einschränkung führe ich ein selbstbestimmtes Leben, ich bin verheiratet, habe zwei wundervolle Kinder (Lisa 26 Jahre und Leon 22 Jahre), fahre Auto und arbeite im Bereich Software und Naturkost.
 

Berufliche Laufbahn

04/2010–heute:
Kundenservice, Marketing und Vertrieb, Organisation von Schulungen und Seminaren, Webdesign, bei der Firma PC Gärtner GmbH.

07/1999–04/2010:
Kundenservice, Vertrieb bei der Firma MTS Kassel/Hannover.

11/1997–06/1999:
Marktanalyse bei der Firma Tech Consult in Kassel

06/1997 – 11/1997:
Selbstständige beratende Tätigkeit im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben
fab e. V., Kassel

07/1995 – 07/1997:
Geburt meines Sohnes, Erziehungsurlaub

10/1992 – 06/1995:
Selbstständige erzieherische Tätigkeit als Tagesmutter

08/1991 – 10/1992:
Geburt meiner Tochter, Erziehungsurlaub

05/1985-11/1991
Freizeiten mit dem Kreisjugendring Werra Meißner Kreis

 

Pferde- und Reiterausbildung

Therapeutisches Reiten Mariendorf
Reitsport und Muskelaufbau, Gleichgewichtstraining, Hilfsmittel Entwicklung

Reit- und Fahrgemeinschaft Boltenhagen
Reiterferien, erstes reiten auf neuen Pferden und in anderer Umgebung mit den entwickelten Hilfsmitteln

Interessengemeinschaft Therapeutisches Reiten Rhein-Nahe e.V.
medizinische Beratung/Aufklärung mit Krankheitsbildern im Zusammenhang mit dem Reitsport bei Dr. Susi Fieger in Wonsheim

Reit- und Fahrhof Boltenhagen Andrea Gabriel
Austritte im Gelände, Verkehrssicherheiten und Regeln

Timo Ameruoso in Biebesheim am Rhein
ehemaliger Springreiter/durch Unfall querschnittsgelähmt
Anatomie und Gymnastikzitierung, Natural Horsemanship

Pensions- und Ausbildungsbetrieb FN, Reitschule in Calden
Konzeption Aktiv- und Bewegungsstall

Wanderreiten Schräder in Asbach-Sickenberg
Pferdekunde

Jenny Wild & Peer Classen
Motivation und Ausdauer fördern, Beratung und Therapie bei Verhaltensproblemen

TRAB e. V. in Konstanz
Geländeritte

Hof Grüneberg GbR im Löwenberger Land
Einblicke in therapeutische Reitstunden schwerstbehinderter Menschen, Komapatienten

Rollireitschule Radensleben
Freizeit- und Leistungssport

Smart Horse Sense
Jungpferdeausbildung, freie Arbeit und Bodenarbeit, Verladetraining

PRO RIDE Horsemanship
Natural Horsemanship

Ausbildungszentrum Silke Vallentin in Bröhsen (bei Leipzig)
Natural Horsemanship von Pat Parelli

 

Weitere Kenntnisse & Fähigkeiten

Personalführung:
Erfahrung als Arbeitgeberin im Rahmen des Persönlichen Budgets mit 14 Angestellten, Organisation, Verwaltung, Personalsuche, Einarbeitung, Dienstplanerstellung, Vertretung, Abrechnung

Beratung:
Kommunikationsfähigkeiten für ein Leben mit AssistentInnen zu erlernen, beim Aussuchen, Einstellen, Anleiten und Entlohnen von Persönlichen AssistentInnen Verantwortung zu übernehmen und über die unterschiedlichen Bereiche des Lebens und der Rolle als Anleiterin von Persönlichen AssistentInnen (Pflegekräften) mehr Klarheit zu bekommen

Sprachkenntnisse:
Englisch, Französisch und Holländisch