Über mich

Mein Name ist Sandra, ich bin 50 Jahre alt und durch einen Ärztefehler seit meiner Geburt an beiden Armen und Beinen spastisch gelähmt. Genau so lange bin ich auch schon anders funktional, nein ich fühle mich nicht behindert (das Wörtchen gehandicapt ist mir lieber).

Zunächst dachte man, ich sei nur entwicklungsverzögert, ich würde sicher alles im Laufe der Zeit aufholen können, doch meine Mutter merkte schnell, dass durch den Sauerstoffmangel bei meiner Geburt ein bleibender Schaden erfolgt ist. Die Behinderung wurde offiziell festgestellt, als ich 1 ½ Jahre alt war.

Ich bin mit meiner Situation vertraut, seit ich denken kann; ich bekam ja auch die Chance, mich langsam an meine Behinderung gewöhnen zu dürfen, mit ihr aufwachsen zu können.

Bis zum 5.Lebensjahr konnte ich mit Festhalten ein paar Schritte gehen, wenn auch schief und krumm. Die Ärzte und auch meine Eltern glaubten durch Operationen das Laufbild verbessern zu können, was jedoch nicht zum erhofften Erfolg führte. Im Gegenteil: Der Kraftaufwand nach den Operationen und Klinikaufenthalten wieder auf Füßen nur stehen zu können, wurde immer größer und nach der 5. Operation saß ich nur noch im Rollstuhl.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der behinderte Menschen in der Regel isoliert und in separaten Einrichtungen untergebracht wurden. In öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen gab es keine Barrierefreiheit. Auch Verkehrsmittel konnte man nur sehr eingeschränkt nutzen. Umgerüstete KFZ zum Rollstuhltransport gab es ebenfalls noch nicht. In Restaurants wurde man weniger gern gesehen, oft sogar hinaus komplementiert.

Oft musste ich stundenlang irgendwo verweilen, weil die Technik des Rollstuhls versagte oder ich einen „Platten“ hatte, bis Hilfe kam – Handys gab’s damals auch noch nicht. Während und unmittelbar vor dem Schulunterricht habe ich nichts getrunken, das war auch besser so, denn die Toiletten waren für mich leider nicht zugänglich.

Heute erfahren Behinderte – trotz vieler beachtenswerter Fortschritte, trotz Umdenkens – noch immer wenig Anerkennung und Unterstützung. Das fängt mit zu hohen Bordsteinen für Rollstuhlfahrer an und hört mit fehlenden Sponsorengeldern auf. Und dazwischen existieren viele hundert weitere, mehr oder weniger bedeutende Missstände, an denen man festmachen könnte, wie verkrampft unsere Gesellschaft noch immer auf "Krüppel" reagiert, um es drastisch zu formulieren.

Ich verfüge über ein kinästhetisches Vorstellungsbewusstsein, bin in der Lage das Funktionieren meiner Arme, Beine und Hände als inneres Bild zu visualisieren. Diese Vorstellungskraft hilft mir enorm, vor allem in Situationen, in denen es besonders auf innere und äußere Gleichgewicht ankommt.

Ich habe – jedenfalls für mich – ein grundsätzliches Gefühl von Vollständigkeit entwickelt.

Und dieses Gefühl hat mir, solange ich denken kann, über unzählige schwierige Situationen hinweg geholfen, es war mein bester Freund und wirksamer Helfer. Dank dieses Grundgefühls – und einiger anderer Charaktereigenschaften – war ich in der Lage, viele meiner Wünsche zu erfüllen, nicht alle natürlich.

Mein größter Traum reiten zu können, hat sich erfüllt. Ich möchte dieses schöne Gefühl des Miteinanders mit den Pferden weiter geben und biete auch für Gäste von weiter weg eine Übernachtungsmöglichkeit in unserem barrierefreien Gästezimmer. Ich habe erfahren, dass Tiere mir trotz meiner körperlichen Eingeschränktheit mit Respekt und Vertrauen begegnen, mir freiwillig und freudig folgen.

Ich lade euch herzlich ein, mich zu besuchen.

Mit meiner körperlichen Einschränkung führe ich ein selbstbestimmtes Leben, ich bin verheiratet, habe zwei wundervolle Kinder (Lisa 26 Jahre und Leon 22 Jahre), fahre Auto und arbeite im Bereich Software und Naturkost.
 

Kenntnisse & Fähigkeiten

Pferdekenntnisse:
10 Jahre Therapeutisches Reiten

Tiererfahrungen:
Eigenes Pferd, selbst ausgebildet für die individuellen Bedürfnisse als Rollstuhlfahrerin, Pat Parelli Naturel Horsemanship

Personalführung:
Erfahrung als Arbeitgeberin im Rahmen des Persönlichen Budgets mit 14 Angestellten, Organisation, Verwaltung, Personalsuche, Einarbeitung, Dienstplanerstellung, Vertretung, Abrechnung

Beratung:
Kommunikationsfähigkeiten für ein Leben mit AssistentInnen zu erlernen, beim Aussuchen, Einstellen, Anleiten und Entlohnen von Persönlichen AssistentInnen Verantwortung zu übernehmen und über die unterschiedlichen Bereiche des Lebens und der Rolle als Anleiterin von Persönlichen AssistentInnen (Pflegekräften) mehr Klarheit zu bekommen

Sprachkenntnisse:
Englisch, Französisch und Holländisch

PC Kenntnisse:
Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, HTML, Bildbearbeitung

Führerschein:
Klasse III

Berufliche Laufbahn

04/2010–heute:
Kundenservice, Marketing und Vertrieb, Organisation von Schulungen und Seminaren, Webdesign, bei der Firma PC Gärtner GmbH.

07/1999–04/2010:
Kundenservice, Vertrieb bei der Firma MTS Kassel/Hannover.

11/1997–06/1999:
Selbstständige Tätigkeit Marktanalyse bei der Firma Tech Consult in Kassel

10/1997–11/1997:
Selbstständige beratende Tätigkeit im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben fab e.V. in Kassel.

08/1997–09/1997:
Praktikum im Zentrum für Selbstbestimmtes Leben, fab e.V. in Kassel.

07/1995–07/1997:
Geburt meines Sohnes, Erziehungsurlaub

10/1992–06/1995:
Selbstständige erzieherische Tätigkeit als Tagesmutter.

08/1991–10/1992:
Geburt meiner Tochter, Erziehungsurlaub

01/1990–01/1991:
Selbstständige erzieherische Tätigkeit als Tagesmutter

Berufliche Weiterbildung

03/2004–05/2004:
Grundqualifikation in Programmierung für Webdesign bei der Firma ComputerPoint in Kassel

02/2002–04/2002:
Organisation und Durchführung von Anwendertreffen und Roadshow bundesweit, bei der Firma id kommunikation & design in Hannover

01/2001–10/2001:
Qualifizierung für den Vertrieb und das Marketing bei der Firma id kommunikation & design in Hannover.

07/1999–09/1999:
Allgemeine PC-Kenntnisse und CD-Writer, Microsoft Office, Internet Einführung bei der Firma ComputerPoint in Kassel.

Schulbildung

08/1974–06/1989:
Schulische Ausbildung mit dem Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife